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Kein Schießstand in neuer Sport- und Kulturhalle!


Am 2. Juni 2020 wurden im Bauausschuss der Gemeindevertretung die Pläne für das Kellergeschoss der neuen Sport- und Kulturhalle Seeheim vorgestellt.
Wenig überraschend: Entgegen dem alten Beschluss der Mehrheit der Gemeindevertretung ist der alte Keller nicht mehr brauchbar und sollte neu erstellt werden. Dabei entsteht natürlich die Frage: Was passiert mit dem alten Schießstand? Die Verwaltung schlägt dazu vor, im neuen Keller wieder einen Schießstand zu errichten und der Bauausschuss hat diese Kellerpläne am 2. Juni mit der knappen Mehrheit der Stimmen von CDU und SPD gebilligt gegen die Stimmen von FDP und uns Grünen.

Wir Grünen sind strikt gegen einen neuen Schießstand in der neuen Ortsmitte und haben einen entsprechenden Antrag gestellt, der voraussichtlich am 9. Juni im Haupt- und Finanzausschuss und am 18. Juni 2020 als Top 16 und 16.1 in der Gemeindevertretung beraten wird.
Die umfangreichen Unterlagen dazu kann man im Bürgerinfosystem der Gemeinde finden:
Unter dem Link Seeheim-jugenheim.ratsinfomanagement.net/termine
im Sitzungskalender den Termin 18.6.2020 anklicken oder direkt hier klicken.

Hier nun unser Antrag gegen den Schießstand:

Beschlussvorschlag für die Gemeindevertretung

Im Nachfolgebau der Sport- und Kulturhalle soll kein Schießstand im Keller eingeplant werden.

Begründung:

In unserer Zivilgesellschaft sollten möglichst wenige Menschen über Schusswaffen verfügen. Dies dient der allgemeinen Sicherheit.

Leider kann es passieren und passiert auch, dass tödliche Schusswaffen in falsche Hände geraten und unschuldige Menschen damit erschossen werden, sei es bei Amokläufen, wie der in Winnenden, wo ein Schüler mit der registrierten Waffe seines Vaters (Mitglied im Schützenverein) ein Blutbad an seiner Schule anrichtete und mehrere Menschen tötete oder bei gezielten politischen Mordanschlägen wie am  20.2.2020  in Hanau. Am 21.2. war dazu im Echo zu lesen:
Der 43 Jahre alte Sportschütze Tobias R. hatte am späten Mittwochabend in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen“.


Wir gehen davon aus, dass im Schützenverein Seeheim streng darauf geachtet wird, dass dort niemand mit einer solchen Gesinnung Mitglied wird und damit in Besitz von Waffen kommt. Allein, wirklich garantieren kann dies auch der aufmerksamste Verein nicht.

Der Oberbürgermeister von Hanau forderte aus Anlass der Mordtat schärfere Waffengesetze. Wir können ihm nur zustimmen und ganz in diesem Sinne beschließen, dass unsere Gemeinde den Schießsport nicht mit Steuergeldern fördert und insbesondere keinen neuen Schießstand im Nachfolgebau der Sport- und Kulturhalle einrichtet, im diesem Nachfolgebau, der zukünftig auch große Teile unserer Kommunalverwaltung, das Bürgerbüro und die neue Bibliothek mit beherbergen soll.


Ergänzend ein kurzer Blick auf die Kosten:
Der Generalplaner schätzt die Kosten für Abbruch des bisherigen maroden Kellers plus Neubau auf 2,7 Millionen Euro. Der angedachte Flächenanteil des Schießstandes liegt bei etwa 50% der Nutzfläche des neuen Kellergeschosses. Damit entfällt anteilsmäßig weit mehr als 1 Million auf die Schießanlage. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Gemeinde sich durch diesen Neubau finanziell ganz erheblich überfordert, ist eine Förderung dieser Höhe für nur einen einzigen Verein (mit nicht besonders vielen Mitgliedern)  ganz und gar nicht gerechtfertigt.

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