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Komplettsanierung prüfen – Kein Ausverkauf der Gemeinde!

Bei der Diskussion um die Sport- und Kulturhalle Seeheim setzt sich die Fraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN in der Gemeindevertretung Seeheim-Jugenheim für ein Umdenken in der aktuellen Debatte ein. „Die Gemeinde sollte sich nicht voreilig auf die teure und langwierige Maximallösung festlegen“, so Fraktionsvorsitzender Dr. Walter Sydow, „sondern auch andere Möglichkeiten suchen und intensiv prüfen mit dem Ziel, eine kostengünstigere und schnellere Lösung zu finden“.


Die derzeit vielfach favorisierte Maximallösung kostet die Gemeinde nach Schätzung des Büros Rittmannsperger Architekten circa 12 Millionen Euro. Um genug Eigenkapital aufbringen zu können, wird überlegt, fast sämtliche noch im Eigentum der Gemeinde befindlichen Grundstücke zu veräußern. Dazu zählen das Haus Hufnagel und das gemeindeeigene Grundstück, auf dem die Seeheimer Sparkasse- und das Verwaltungsgebäude, in dem derzeit ein Teil der Verwaltung untergebracht ist, gebaut wurde.

Die Grünen sehen bei einer Realisierung dieser Verkäufe und einer notwendigen hohen Kreditaufnahme die Handlungsfähigkeit der Gemeinde auf Jahre hinaus gefährdet. „Wir geben sprichwörtlich unser letztes Hemd, um den Neubau der Halle realisieren zu können“, so Sydow. „Dabei herrscht noch an vielen weiteren Stellen der Gemeinde ein großer Investitionsstau, der in den nächsten Jahren angegangen werden müsste, für den uns aber dann jeglicher finanzieller Spielraum fehlt.“

So sind auch die Bürgerhallen in den anderen Ortsteilen inzwischen in die Jahre gekommen, der Zustand der Straßen in der Gemeinde ist an vielen Stellen sanierungsbedürftig und bei der geplanten Entschlammung des Entenweihers drohen Kosten in Höhe von über 1 Millionen Euro.

„Neben dem aufzubringenden Eigenkapital wird die Gemeinde durch Zinsen und Schuldendienst für eine Kreditaufnahme in Höhe mehrerer Millionen jährliche Zusatzkosten im hohen sechsstelligen Bereich schultern müssen“, so Torsten Leveringhaus, Vorsitzender der Gemeindevertretung und Mitglied der Grünen. „Hier hat die Kommunalaufsicht als Aufsichtsbehörde schon deutlich gemacht, dass diese Kosten zusätzlich zu den in der derzeitigen Planung ausgewiesenen Summen aufzubringen sind. Wie man diese Einnahmen erzielen will, ist bisher völlig offen und wurde noch nicht thematisiert.“

Die GRÜNEN schlagen deshalb vor, dass alternativ zur Maximallösung auch eine Komplettsanierung der Halle untersucht wird. Im Unterschied zu den bisher angesprochenen Reparaturmaßnahmen soll eine Komplettsanierung eine Nutzung der Halle im bisher möglichen Rahmen langfristig – also mehrere Jahrzehnte – ermöglichen.

Zudem bedauern die GRÜNEN, dass der Beschluss der Gemeindevertretung, bis zur Bürgerversammlung am 9. März aufzuzeigen, welche Möglichkeiten der Gemeindevorstand für den Eigenfinanzierungsanteil für das Vorhaben Sport- und Kulturhalle sieht, erst verspätet umgesetzt wurde. So fehlten bei der Bürgerversammlung wichtige Informationen, um die Auswirkung der diskutierten Varianten einschätzen zu können.


Seit dem 16. März liegen diese Informationen zu theoretisch möglichen Immobilienverkäufen mit der Drucksache 75-5/2017 der Gemeindevertretung vor. Die Unterlagen dazu kann man sich hier im Ratsinfomanagement-System der Gemeinde ansehen:
Vorgang 75-5/2016/X


Sie möchten mitdiskutieren und ihre Meinung oder Ideen zum Thema Sport- und Kulturhalle Seeheim äußern?. Dann schreiben Sie uns an die Adresse sukh@gruene-sj.de, wir freuen uns über Ihre Nachricht.

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