Ortsplanung

Die Flächen der Erde – wie auch unserer Gemeinde – sind begrenzt. Gleichzeitig hängt unsere Lebensqualität maßgeblich von der Erhaltung der Vielfalt der Lebensformen nicht nur in der menschlichen Gesellschaft sondern auch im Tier- und Pflanzenreich ab. Im Wirtschafts-Jargon müsste im Bezug auf Freiflächen und Natur also von einer „knappen Ressource“ gesprochen werden.

Wir GRÜNE wollen unseren menschlichen Lebensraum so gestalten, dass die Lebensräume anderer Lebewesen, die wiederum unser Überleben sichern,­ erhalten bleiben. Tatsächlich aber verschwinden in Deutschland jeden Tag 74 Hektar (=100 Fußballfelder!) freie Natur unter Beton und Asphalt. Ein Hebel, dieses zu ändern, liegt auch auf kommunaler Ebene. Die Gemeindevertretung, die Sie am 6. März für fünf Jahre wählen, hat vom Gesetzgeber dafür die Verantwortung, die sog. „Planungshoheit“ übertragen bekommen.

Lebensqualität durch Innenentwicklung

GRÜNE Politik in Seeheim-Jugenheim­ ist es, keinen weiteren Flächenverbrauch auf Gemeindegebiet außerhalb der derzeitigen Bebauungsgrenzen zuzulassen. Chancen für weiteres Wachstum der Gemeinde liegen daher nur noch im Innenbereich. Durch Nachverdichtung und durch die Anpassung vorhandenen Wohn- und Gewerberaums an gesellschaftliche und ökologische Bedürfnisse. In Bebauungsplänen soll mehr Flexibilität in Bezug auf die Anzahl der Wohneinheiten zugelassen werden. Bauliche Verdichtung in den Kerngemeinden und in den Ortsteilen muss sich am jeweiligen Quartierscharakter orientieren und darf nicht ausschließlich profitorientiert sein. Es sollte mehr Umbau im Bestand erfolgen und dabei müssen die Energieeinsparungspotenziale genutzt werden.

Sozialer Wohnungsbau

Auch der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum rückt wieder stark in den Fokus. Da der soziale Wohnungsbau hauptsächlich auf gemeindeeigenen Grundstücken möglich ist, sind die Handlungsspielräume unserer Gemeinde hier sehr begrenzt. Denn solche Grund­stücke wurden in den letzten Jahren zur Sanierung der Finanzen­ meistbietend verkauft. Dennoch müssen wir uns mit dem Thema in den nächsten Jahren verstärkt beschäftigen und dazu mit Privaten, Wohnungsbaugesellschaften und dem Kreis kooperieren. Barrierefreiheit voranbringen

Öffentliche Räume müssen für alle Menschen zugänglich sein, Menschen mit Beeinträchtigungen dürfen nicht ausgeschlossen werden. Deshalb muss die Barrierefreiheit in vielen Bereichen verbessert werden. Im privaten Bereich muss mehr Bewusstsein für barrierefreies Bauen geschaffen werden, damit mehr barrierefreie Wohnungen und Zugänge dazu entstehen.

Handel und Gewerbe sichern

Die Nahversorgung der Bevölkerung, kurze Arbeitswege, Vielfalt im Gemeindeleben, Gewerbesteuereinnahmen­ und nicht zuletzt die Sicherung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sind wichtige Gründe, warum­ wir GRÜNEN in der Gemeinde gute Bedingungen für den Handel und das Gewerbe schaffen wollen. Dazu gehört neben Beratung und Unterstützung, dass Gewerbe in den Bebauungsplänen zugelassen wird. Das Gewerbegebiet ◊Zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Breslauer Straße“ muss endlich aktiviert werden.

Umweltfreundlichen Verkehr stärken

Fußgänger*innen, Fahrrad­fahrer*innen und dem Öffentlichen Personennahverkehr wollen wir mehr Bedeutung und Raum geben. Das verbessert die Lebensqualität, vermindert den CO2- und Lärmausstoß und dämmt den Flächenverbrauch ein.

Feuerwehr

Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren in unserer Gemeinde leisten eine unschätzbare Arbeit für den Schutz und die Sicherheit von uns Bürger*innen. Die Aufgaben­erweiterung der Feuerwehren auf der einen Seite und die Veränderungen des Arbeits­lebens auf der anderen Seite gefährden dieses Ehrenamt aber zusehends. Denn: weniger Arbeitsplätze vor Ort bedeuten auch weniger Feuerwehrleute vor Ort. Am Ende dieser Entwicklung könnte durch fehlende Feuerwehrleute der Zwang zur Umwandlung in eine Berufsfeuerwehr stehen, der für unsere Gemeinde mit erheblichen finanziellen und im Ergebnis nicht tragbaren Mehraufwendungen verbunden wäre.

Wir setzen uns daher auch weiterhin dafür ein, alle in der Gemeindevertretung zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, diese ehrenamtliche Arbeit – besonders auch die Jugendfeuerwehr – zu unterstützen. Dieses gilt sowohl bei der technischen und baulichen Ausstattung, als auch bei Maßnahmen, welche die Attraktivität dieses Ehrenamtes fördern sollen.

GRÜNE Ziele in der Ortsentwicklung in Seeheim-Jugenheim:

  • Eine gute Nahversorgung für den täglichen Bedarf in den Ortsmitten Seeheim und Jugenheim erhalten und sichern
  • Bei anstehenden Sanierungen oder Neubauten alle Energieeinsparungspotenziale und Erneuerbare Energien nutzen
  • Verkehrs- und Lärmbelästigung in der Gemeinde senken durch Vorteile für Fußgänger, Radfahrer, Straßenbahn- und Bus-Benutzer
  • Die Attraktivität der Gemeinde Seeheim-Jugenheim­ nicht nur als Wohngemeinde, sondern auch als Standort für Handel­, Handwerk und Freiberufler weiter fördern
  • Erhaltung von Landschaft und Natur als Attraktivitätspotenzial unserer Gemeinde­
  • Für bezahlbaren Wohnraum für Alt- und Neu­bürger auch im Sozialen Wohnungsbau sorgen

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